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Über das Buch:

 

Als Killer ist John Lago einer der besten. Angestellt ist er bei einer »Personalagentur«, die ihre Leute in Firmen einschleust, um dort die richtig dicken Fische auszuschalten. Für ihre Aufträge haben die Killer die beste Tarnung – sie sind Praktikanten. So kommt man an Informationen, erhält Zugang zu den wichtigen Bereichen und kann nach Erledigung des Jobs spurlos verschwinden. Denn wer wird sich schon an den Namen des unscheinbaren Praktikanten erinnern?
Mit fünfundzwanzig ist John nun im Rentenalter seiner Profession und soll seinen letzten Auftrag in einer von Manhattans renommiertesten Anwaltskanzleien erledigen. Gleichzeitig ist es sein schwierigster Fall bislang, weil er erst einmal herausfinden muss, wer seine Zielperson ist. Schritt für Schritt arbeitet er sich zum inneren Zirkel der Macht vor und trifft dort auf den härtesten – und attraktivsten – Gegner, den er jemals hatte: FBI-Agentin Alice. Denn das Undenkbare hat sich ereignet, Johns Tarnung ist aufgeflogen. Stellt sich die Frage, wie er aus diesem ganzen Mist heil herauskommen soll …

 

 

Über den Autor:

Autor

© Sasha Gulish

Shane Kuhn ist als Drehbuchautor, Regisseur und Produzent tätig, außerdem ist er Mitbegründer des Slamdance Film Festivals. Bei DuMont erschien 2014 sein erster Roman um John Lago ›Töte deinen Chef‹, der mit Dave Franco in der Hauptrolle verfilmt werden wird.

Titelseite

 

 

 

 

Praktikanten sind unsichtbar. Sagt euren Vorgesetzten hundert Mal, wie ihr heißt, sie werden sich eure Namen nicht merken. Denn vor Leuten, die ganz unten arbeiten und noch dazu umsonst, haben sie keinerlei Respekt. Das Absurde dabei ist, dass ihr eigentlich nur sehr gute, arbeitsfreudige Mitarbeiter sein müsst, und schon werden sie euch mit massenhaft wichtigen Aufgaben überhäufen. Je mehr ihr freiwillig übernehmt, desto mehr bekommt ihr und desto mehr VERTRAUEN und EINBLICKE könnt ihr gewinnen. Zum Schluss wird euch euer Opfer sogar sein Leben anvertrauen, und ihr werdet es ihm nehmen.

 

LEITFADEN FÜR PRAKTIKANTEN

WICHTIGES MEMORANDUM

STRENG VERTRAULICH

 

An: Alle Agenten im Außendienst

Von: William Cummings, Director

Betr.: JOHN LAGO, Aktenzeichen #36-F42
Alter: 25, Größe / Gewicht: 178 cm / 80 kg, Haarfarbe: braun, Augenfarbe: blau, Wohnsitz: unbekannt

Das Department of Justice der Vereinigten Staaten von Amerika hat landesweit und international Haftbefehl gegen John Lago erlassen. Lago ist mutmaßlich in übergeordneter Funktion für einen Zusammenschluss von Auftragskillern tätig, die unter der Dachorganisation »Human Resources Inc.« agieren. Bei dieser handelt es sich vordergründig um eine Vermittlungsagentur für Praktikanten. In Wirklichkeit sind die vermittelten Personen jedoch Auftragskiller, die eigens dafür ausgebildet wurden, sich in multinationale Unternehmen und Regierungsbehörden einzuschleichen und dort besonders geschützte Führungspersönlichkeiten und leitende Angestellte zu eliminieren. Für wie viele Auftragsmorde HR Inc. bislang verantwortlich war, ist unbekannt.

Die Organisation unterliegt der Beobachtung durch das FBI. Unser Ziel ist es dabei, den Kopf sowie die wichtigsten Geldgeber zu identifizieren und die Durchführung weiterer geplanter Operationen zu unterbinden. Unsere Überwachungsmaßnahmen per Audio- und Videoaufzeichnungen liefern Hunderte Stunden an Datenmaterial, aber keinerlei Beweise, auf deren Grundlage sich handeln lässt.

Vor achtzehn Stunden haben wir eine elektronisch übertragene Mitteilung des Verdächtigen John Lago abgefangen. Sie war an mehrere Personen gerichtet, bei denen es sich vermutlich um Neuzugänge bei HR Inc. handelt. Die Mitteilung trägt die Überschrift Leitfaden für Praktikanten und scheint eine inoffizielle Anleitung für Auftragskiller in der Ausbildung zu sein. Im Licht neuer, aus besagtem Dokument hervorgegangener Erkenntnisse erhalten die Ermittlungen neue Priorität. FBI und CIA fahnden gemeinsam. Der sogenannte Leitfaden für Praktikanten hat als Pflichtlektüre für alle an der Fahndung beteiligten Agenten zu gelten.

Darüber hinaus lege ich einige Abhörprotokolle mit Bezug auf John Lago zur Kenntnisnahme vor. Wir bemühen uns derzeit, Opfer und Mittäter, deren Namen geändert wurden, zu identifizieren. Sämtliche Personen, die nachweislich mit Lago in Kontakt stehen, gelten als verdächtig oder als maßgebliche Zeugen und sind zur Vernehmung zu laden.

Ich hoffe, das vorliegende Material dient der erfolgreichen Festnahme Lagos, bevor sein Vorgehen weitere Menschen das Leben kostet.

Viel Glück und Erfolg. William Cummings, Director

 

ES IST DAVON AUSZUGEHEN, DASS DER VERDÄCHTIGE JOHN LAGO BEWAFFNET UND SEHR GEFÄHRLICH IST. AGENTEN IM AUSSENDIENST HABEN AUF STRIKTE EINHALTUNG DER VORSCHRIFTEN ZU ACHTEN. EINE FESTNAHME IST AUSSCHLIESSLICH IN ZUSAMMENARBEIT MIT EINEM VOLLZÄHLIGEN EINSATZKOMMANDO UND POLIZEILICHER UNTERSTÜTZUNG VORZUNEHMEN.

Leitfaden für
Praktikanten

von John Lago

1

»It’s a Hard-Knock Life«

Wenn ihr das hier lest, seid ihr neu bei Human Resources Inc. Herzlichen Glückwunsch. Und mein Beileid. Wenigstens habt ihr euch für einen Beruf entschieden, der niemals langweilig wird. Ihr werdet viele interessante Orte besuchen. Einzigartige Menschen aus allen sozialen Schichten kennenlernen. Und töten. Ihr werdet sehr viel Geld verdienen, was euch nach dem ersten Auftrag aber nicht mehr viel bedeuten wird. Im Kino mag das alles einfach aussehen, aber Auftragskiller haben den schwierigsten, anstrengendsten und einsamsten Beruf der Welt. Wenn andere auf ihren Job schimpfen, werdet ihr euch von jetzt an kräftig zusammenreißen müssen, um sie nicht laut auszulachen. Unsere Arbeit liegt nicht jedem. Die meisten von euch werden das auf die harte Tour lernen und noch vor Ablauf des Monats tot sein. Und dabei befindet ihr euch erst in der Ausbildung.

Wenn ihr es euch jetzt noch mal überlegen wollt, dann ist das nur verständlich. Die Vorstellung, seinen Lebensunterhalt mit der Ermordung anderer zu verdienen, kann einen durchaus aus dem Konzept bringen. Werdet ihr ein schlechtes Gewissen bekommen, die Nerven verlieren, in ständiger Angst leben oder Selbstmord begehen? Diese Frage kann ich euch beantworten: Ja. All eure schlimmsten Alpträume werden Wirklichkeit werden. Entweder ihr kommt darüber hinweg oder ihr werdet mit Schrotmunition gurgeln. Dran seid ihr so oder so.

In eurer dunkelsten Stunde – die ihr jeden Tag aufs Neue durchleben werdet – dürft ihr euch mit dem Gedanken trösten, dass ihr eigentlich nie eine Wahl hattet. Ihr seid Abschaum, so wie ich, wurdet als Babys aus einer Mülltonne gefischt und musstet an einem abgebrochenen Bierflaschenhals nuckeln statt an einem Schnuller. Man hat uns als »entrechtet« beschrieben. Prognose: »Zum Scheitern verurteilt.« Wir waren Heimkinder und wurden in Pflegefamilien abgeschoben, kamen von dort in die Psychiatrie und den Jugendknast. Staatliche Verwahranstalten. Klingelt da was? Die kleine elternlose Annie hätte eine von uns sein können:

 

No one’s there when your dreams at night get creepy!

No one cares if you grow … or if you shrink!

No one dries when your eyes get wet an’ weepy!

 

Schluchz. Wir hatten nie Eltern und waren von Anfang an die Gearschten. Also, was habt ihr vor mit eurem Leben? Wollt ihr bei einem Minilohn verhungern wie das Menschenvieh bei Walmart? Oder euren Arsch an japanische Geschäftsleute verkaufen? Schulkindern Meth verticken? Wohl kaum. Zum ersten Mal in eurem Leben wird es von Vorteil für euch sein, zur benachteiligten Jugend zu gehören, denn eins ist klar: Aus Waisenkindern werden die besten Killer. Wenn ihr erst mal »It’s A Hard-Knock Life« vor euch hin summt und dabei fünfzehn Schuss aus einer Beretta in Daddy Warbucks Limousine pumpt, werdet ihr merken, wie süß Rache ist.

Ihr alle, die ihr das hier lest, seid geborene Killer, und die Leute, die euch angeheuert haben, wissen das. Ihr bringt alle Voraussetzungen mit. Zunächst mal habt ihr selbst niemals Liebe erfahren und werdet deshalb auch kein Mitgefühl mit trauernden Angehörigen haben. Um einen Verlust zu erleiden, muss man schließlich vorher überhaupt erst mal was gehabt haben. Und da Liebe das höchste Gut ist und ihr sie nie verspürt habt, seid ihr zu keiner anderen Gefühlsregung fähig außer zu unbändiger Wut.

Bleiben wir beim Thema Wut. Habt ihr schon mal was von einer gestörten Impulskontrolle gehört, von krankhaftem Jähzorn, Intermittent Explosive Disorder, wie man in der medizinischen Fachsprache dazu sagt? Selbst wenn nicht, ihr habt es erlebt. Es ist dieser blendende, unkontrollierbare Zorn, der euch zu brutalen, mordgierigen Wahnsinnigen macht. Vielleicht habt ihr euren Pflegebruder halb totgeprügelt, weil er die letzte Pepsi im Kühlschrank getrunken hat. Oder euren Frust mal so richtig an eurem Zellengenossen im Jugendknast ausgelassen und ihm zu einer vorzeitigen Entlassung im Leichensack verholfen. Alle Sozialarbeiter, Haftbetreuer und Therapeuten mit ihren nikotingelben Fingern und ihrem koffeinsüchtigen Augenzucken haben euch als gefährlich antisozial eingestuft und eine Fußnote angefügt, in der sie betonen, dass ihr nichts Konstruktives zur Gesellschaft beizutragen habt. Aber alles, was euch andernorts zu Ausgestoßenen macht, steigert bei HR Inc. nur eure Professionalität.

Reden wir über Intelligenz. Ihr wurdet getreten, gestoßen und seid aus jeder Schule geflogen, die ihr besucht habt. Aber wenn ihr das hier lest, seid ihr vermutlich genial, auch wenn ihr sämtliche Streber und Spitzenschüler in euren Heimatstädten windelweich geprügelt habt. Wie sonst hättet ihr überlebt? Nur Leuten mit Grips gelingt es, am Leben zu bleiben, wenn die ganze Welt glaubt, tot seien sie besser dran. Ihr steht ganz oben in der evolutionären Nahrungskette, und Charles Darwin hätte sich vor Begeisterung über eure Anpassungsfähigkeit ins Tweedhöschen gemacht.

 

 

Vielleicht ist euch auch schon aufgefallen, dass ihr außergewöhnliche Fähigkeiten habt. Nein, keine übernatürlichen Kräfte – falls eure einzigen männlichen Vorbilder aus dem Comicregal stammen, schminkt euch das schnell wieder ab. Sofern ihr nicht von Wölfen großgezogen worden seid, habt ihr vielleicht schon mal Football oder Basketball gespielt oder in irgendeiner Kampfsportart den schwarzen Gürtel gemacht. Wahrscheinlich wart ihr herausragend, denn ihr seid stärker, schneller und agiler als die meisten anderen. Ihr habt blitzschnelle Reflexe, und euren Blicken entgeht nicht die geringste Kleinigkeit. Aus ebendiesem Grund meidet ihr übrigens auch Menschenansammlungen. Sich gleichzeitig auf die Bewegungen von Hunderten von Leuten konzentrieren zu müssen ist nicht nur eine Überforderung, sondern nährt auch euren ohnehin schon enormen Hass auf die Menschheit. Fazit: Nicht ihr habt euch diesen Beruf ausgesucht, sondern er sich euch.

Und das hier ist euer Leitfaden. Der Leitfaden für Praktikanten. Er gehört nicht zum Angestellten-Begrüßungspaket. Lasst ihr euch bei der Lektüre erwischen, seid ihr tot, bevor ihr umblättern könnt. Anschließend wird eure auf sechs Müllsäcke verteilte gesichts- und fingerlose Leiche in irgendeiner namenlosen Chemiefabrik in New Jersey in Schwefelsäure aufgelöst. Also seid bitte diskret bei der Lektüre, denn es ist gut möglich, dass euch dieser Leitfaden irgendwann das Leben rettet.

Mein Name ist John Lago. Natürlich nicht von Geburt an. Meine biologischen Eltern hatten es so eilig, aus meinem jungen Leben zu verschwinden, dass ihnen keine Zeit blieb, meine Geburtsurkunde zu unterschreiben. Dort ist lediglich ein »männliches Baby X« eingetragen. Meine Pflegeeltern belegten mich mit einer Menge Namen, je nachdem, was ihnen zwischen Backpfeifen und Suff gerade einfiel. Als ich alt genug war, um hundert Dollar zusammenzukratzen, kaufte ich mir eine neue gefälschte Geburtsurkunde und wurde damit zum Mann.

Warum John Lago? Ich hätte auch einen x-beliebigen anderen Namen nehmen können, man hat ja nicht jeden Tag die Gelegenheit, sich selbst einen zu geben. Es fing mit meiner Vorliebe fürs Kino an. Der einzige Freund, den ich in meiner Kindheit und Jugend hatte, hieß Quinn, und er arbeitete als Filmvorführer im Pornokino bei uns im Ort. Wenn das Kino über Nacht zumachte und die Perversen auf ihren Schleimspuren nach Hause rutschten, legte Quinn noch ein paar unglaubliche Filme aus seiner umfänglichen Privatsammlung ein. So bin ich mit Stanley Kubrick und Akira Kurosawa aufgewachsen. Ich kannte Clint Eastwood, bevor ich wusste, wer Präsident der Vereinigten Staaten war. Kino ist für mich die beste Ablenkung, und ich empfehle euch, ebenfalls auf den Geschmack zu kommen, weil ihr euch gedanklich zwischendurch mal mit was anderem beschäftigen müsst als immer nur mit euren entsetzlichen, quälenden Alpträumen. Monster wie wir können im Kino das Menschsein lernen. Filme lehren uns all die Erfahrungen, die wir selbst nie machen durften, sie sind so was wie unsere emotionale Höhlenmalerei und leiten uns über die Pfade der normalen Gesellschaft. Solltet ihr euch für diesen Beruf entscheiden, habt ihr also die Aufgabe, euch möglichst etwas anderes anzusehen als Leute, die auf den Arsch fallen, oder poppende Esel auf YouTube. Nur Filme über Auftragskiller solltet ihr meiden, die bringen euch auf dumme Gedanken.

Aber zurück zu meinem selbstgewählten, von Hollywood inspirierten Namen. Mein Nachname entstammt der großartigsten Ära des amerikanischen Kinos – den siebziger Jahren. In Ein Fremder ohne Namen mit Clint Eastwood, einem Film, der zweifellos die Geschichte meines Lebens erzählt, ist »Lago« der Name einer dem Untergang geweihten Westernstadt. Und für »John« habe ich mich entschieden, weil ich ein Riesenfan von Johannes dem Täufer bin und auch mir die ewige Verdammnis sicher sein dürfte. Er hat die ungewaschenen Massen auf die Ankunft des Messias vorbereitet und kommt sogar im Koran vor. Anders als Jesus hat er Gott nicht angefleht, ihn vom Haken zu lassen, bevor sich Herodes seinen Kopf auf dem Silbertablett servieren ließ. Das habe ich von Charlton Heston als enthauptetem Johannes in Die größte Geschichte aller Zeiten gelernt.

Was die anderen Statisten dieser tragischen Parabel betrifft, die hier vor euch liegt, so habe ich einige ihrer Namen geändert, um die Schuldigen zu schützen. Ich habe mich nicht damit über Wasser und aus dem Höllenpfuhl herausgehalten, indem ich die Liste meiner Kontakte bei HR Inc. oder die Namen meiner Opfer herumposaunt habe. Und ich werde jetzt nicht damit anfangen. Um beim Thema zu bleiben: Ich habe ihre Namen aus dem Abspann entfernt. Wenn ihr raten könnt, aus welchen Filmen die Pseudonyme stammen, habt ihr was gut bei mir.

Seit meinem zwölften Lebensjahr bin ich bei HR Inc. Inzwischen bin ich vierundzwanzig und gehe auf die fünfundzwanzig zu. Ich habe den Kreislauf vollendet, wie man so schön sagt. Als ich hier anfing, waren siebenundzwanzig klugscheißende Wichser mit mir in einer Klasse, und jeder einzelne davon stand bereits mit beiden Beinen im Grab, mich selbst eingeschlossen. Jetzt sind wir zu noch dritt. Man könnte also sagen, ich kenne mich einigermaßen aus. Oder wie es eurer Ausdrucksweise eher entspricht – der von modernen klugscheißenden Wichsern, die längst mit beiden Beinen im Grab stehen: »Der Dude hat irre was drauf, yo.« Hip-Hop, du hast die englische Sprache endgültig zugrunde gerichtet. Gut so.

Wenn ihr mir auch nur im Geringsten ähnelt, glaubt ihr in eurem jugendlichen Leichtsinn, ihr würdet ewig leben. Brüder und Schwestern, ich hab Neuigkeiten für euch: Zwischen Wahrheit und ausgemachtem Blödsinn liegen meist nur zirka zwei Meter Erde. Dabei spielt es keine Rolle, ob ihr mir glaubt oder nicht, denn es gibt keine bessere Überprüfung der Realität als durch ein Kaliber-45-Hohlspitzgeschoss, das euch mit 257 Metern pro Sekunde die Stirn durchschlägt.

Also springt über euren Schatten und lest dieses Buch. Ich muss es nicht schreiben. Ich tue euch einen Gefallen. Tatsächlich riskiere ich meinen Hals für euch, und dabei kenne ich euch traurige Wichser nicht mal. Aber es ist so: Als ich mit der Sache hier angefangen habe, hat mir niemand geholfen. Natürlich habe ich meine Ausbildung bekommen, aber echtes Insiderwissen blieb mir verwehrt. In den meisten Berufen wird man von erfahrenen Kollegen eingearbeitet. Aber nicht bei uns. Bob, unser unerschrockener Chef, nimmt nicht mal heimlich mit einer Frau im Bett schmutzige Worte in den Mund. Aus dem ist nichts rauszuholen. Und meiner Ansicht nach ist Bobs Informationsgeiz auch dafür verantwortlich, dass so vielen meiner Klassenkameraden längst Baumwurzeln aus den Augenhöhlen wachsen. Er bezeichnet sich selbst als »Mann fürs Grobe«. Das ist eine großkotzige Formulierung dafür, dass für ihn nur zählt, was unterm Strich herauskommt, alles andere ist ihm scheißegal. Ihr auch. Dort, wo ihr herkommt, gibt es noch viel mehr von eurer Sorte. Schlägt man einen Maulwurf tot, taucht unweigerlich ein anderer auf. Priorität hat bei ihm einzig und allein der Schutz der Interessen seiner »Klienten« – den aufgedunsenen, Scotch saufenden Bruderschaftlern der neuen amerikanischen Aristokratie. Alle anderen sind entbehrlich.

Bei mir habt ihr Priorität. Ihr seid die jämmerlichsten menschlichen Prellböcke, gleich nach den indischen Waisenkindern, die in Flüssen voller Exkremente baden, und sollte es mir gelingen, ein paar von euch zu retten, lande ich vielleicht nur im siebten Höllenkreis, nicht im achten. Und solltet ihr überleben, könnt ihr euch selbst einen Namen machen, den dreckigen Teppich entsorgen, unter den ihr gekehrt wurdet, und ein Vermächtnis schaffen, das über Trailer Parks, betrunkene Schlägereien und Prostitution hinausgeht. Wahrscheinlich werden wir uns nie begegnen. Trotzdem sind wir auf verquere Weise einander die Familie, die keiner von uns je hatte, und wir müssen zusammenhalten. Es mag nicht viel sein, aber dieser kurze Leitfaden hier ist der einzige Beleg dafür, dass es jemanden gibt, der euch helfen will.

Obwohl mir absolut nie jemand geholfen hat, nähere ich mich rasant dem reifen Alter von fünfundzwanzig Jahren, das nur sehr wenige von euch je erreichen werden. Während die meisten jungen Berufstätigen mit fünfundzwanzig im Job erst richtig durchstarten, tritt man bei HR Inc. in diesem Alter in den Ruhestand. Laut Bob ist dann der kritische Punkt erreicht, über den hinaus jeder misstrauisch beäugt wird, der noch bereit ist, umsonst zu arbeiten. Und ich zitiere: »Selbst wenn euch die Leute abnehmen, dass ihr mit fünfundzwanzig noch ein Praktikum machen wollt, werdet ihr auffallen, weil ihr Loser seid, die auf dem Karrierepfad hoffnungslos hinterherhinken. Und wer auffällt, dessen Todesurteil ist praktisch schon gesprochen.«

Hinter HR Inc. steckt die Idee, dass der Praktikantenstatus der perfekte Deckmantel für einen Auftragskiller ist. Noch einmal möchte ich Bob zitieren:

»Praktikanten sind unsichtbar. Sagt euren Vorgesetzten hundert Mal, wie ihr heißt, sie werden sich eure Namen nicht merken. Denn vor Leuten, die ganz unten arbeiten und noch dazu umsonst, haben sie keinerlei Respekt. Sie unterhalten sich angeregter mit ihrer privaten Pissrinne als mit euch. Die Absurde dabei ist, dass ihr eigentlich nur sehr gute, arbeitsfreudige Mitarbeiter sein müsst, und schon werden sie euch mit massenhaft wichtigen Aufgaben überhäufen. Den Aufgaben, die ihre faulen und mit allen möglichen Vorrechten versehenen Angestellten und Stellvertreter höchstens unter Androhung von Waffengewalt erledigen würden, die für die täglichen Abläufe in einem Unternehmen aber ganz entscheidend sind. Sie eröffnen euch außerdem Zugang zu geheimen Daten, persönlichen Informationen und gesicherten Vorstandsetagen. Je mehr ihr freiwillig übernehmt, desto mehr bekommt ihr und desto mehr VERTRAUEN und EINBLICKE könnt ihr gewinnen. Zum Schluss wird euch euer Opfer sogar sein Leben anvertrauen, und ihr werdet es ihm nehmen.«

Sosehr es mir widerstrebt, Bobs Ego zu schmeicheln, das Konzept ist verdammt genial. Aber warum, fragt ihr euch vielleicht, betreiben wir einen solchen Aufwand, nur um anderen die Lichter auszublasen? Nikita knallt ihre Opfer von ihrem Hotelzimmerfenster aus ab und lässt sich dabei ein heißes Bad einlaufen. Wieso parken wir uns nicht einfach irgendwo mit einem L115A3 Scharfschützengewehr und drücken ab? Wäre doch ein Kinderspiel. Mit demselben Baby gelang es einem britischen Kommando in Afghanistan, zwei Taliban aus knapp 250 Metern Entfernung auszuschalten. Das ist, als würde man im Battery Park jemandem die Lichter ausknipsen und sich gleichzeitig in Chinatown Dim Sum einverleiben.

Wir machen manches anders als im Kino oder auf dem Schlachtfeld, und dafür gibt es Gründe. Erstens verfehlt auch ein Scharfschütze der Navy SEALs hin und wieder sein Ziel, und das sind die besten der Welt. Kugeln und Physik sind echt knifflig, und wir können uns keine Fehlschüsse leisten. Und zweitens: Wenn aufgrund des Einsatzes militärischer Schusswaffen Körperflüssigkeiten öffentlich bekannter Personen über die Straßen der größten Stadt Amerikas spritzen, spricht man von einem Verhaltensmuster. Und Verhaltensmuster gehören zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Mitarbeiter des FBI. Wenn dann noch politische Interessen dazukommen, kann man bald kaum noch eine Taube schießen, ohne mit einem schwarzen Sack über dem Kopf nach Guantanamo Bay zum Pauschalurlaub inklusive Verhör und Folter transportiert zu werden. Mag ironisch klingen, aber diese Arbeit erfordert ein Höchstmaß an Fingerspitzengefühl. Das ist der Unterschied zwischen echten Profis und den halbnackten Hillbillys, wie man sie bei Cops sieht.

Bietet man eine qualitativ hochwertige Leistung zu einem vernünftigen Preis an, ist die Nachfrage nach Mordanschlägen riesig. Und wenn man sich dann noch davor hütet, in Verhaltensmuster zu verfallen, und es so aussehen lässt, als seien die Feinde des Opfers in Wirklichkeit die Täter, kommt man ungestraft mit einem Riesengewinn davon.

In dieser Branche ist gutes Personal der Schlüssel zum Erfolg. Das heißt also ihr. Wir werden hier bei HR Inc. ausgezeichnet ausgebildet. Es dauert Jahre, bis man dieses sogenannte Handwerk beherrscht, und auch deshalb werden wir bereits so jung angeworben. Doch auch eine hervorragende Ausbildung garantiert noch keinen Erfolg, vom Überleben mal ganz zu schweigen. Ich habe erlebt, wie Berufsanfängern, vermeintlich großen Talenten, das arrogante Grinsen gleich beim ersten Auftrag mit doppelten Gewehrläufen aus dem Gesicht gefegt wurde. Aber das Wichtigste ist: Dank einer soliden Ausbildung werdet ihr alles lernen, was ihr wissen müsst, um euren Job gut zu machen. Aber wer gut und tot ist, ist trotzdem tot und bleibt es auch. Unbezwingbar wird man erst, wenn man weiß, wann man Training Training sein lassen muss und die eigenen Instinkte die Führung übernehmen sollten.

Ich bin unbezwingbar. Das habe ich vor allem meiner Erfahrung zu verdanken. Um euch angemessen auf das vorzubereiten, was euch bevorsteht, werde ich zunächst einmal in aller Ausführlichkeit über meinen letzten Auftrag berichten. Dabei soll deutlich werden, worum es wirklich geht, anders als bei Bobs theoretischem Geschwafel über »typische Szenarien«. Tut mir leid, aber bei der Planung eines Mordes an einer öffentlich bekannten, streng bewachten und abgeschirmten Persönlichkeit gibt es keine typischen Szenarien. Bob wird euch ausbilden und euch beibringen, sich auf das Gelernte zu verlassen. Das ist ein militärischer Ansatz, der bei militärischen Einsätzen ausgezeichnet funktioniert – meistens jedenfalls. Ich werde euch beibringen, wie ein Raubtier zu denken und euch wie ein Raubtier instinktiv auf Spurensuche zu begeben, um Beute zu machen und zu überleben. Beide Herangehensweisen unterscheiden sich gewaltig, und dem Tod kam ich nur am Anfang nahe, als ich mich noch von Bobs Geseiere einlullen ließ.

Neben einer genauen Beschreibung meines letzten Auftrags soll euch dieser Leitfaden aber auch ein paar einfache, einprägsame Regeln an die Hand geben, die ich mit Hilfe von Beispielen aus der Realität erläutern möchte. In meinen beinahe acht Jahren aktiven Dienstes – ja, ich töte, seit ich siebzehn bin – habe ich vierunddreißig Mal erfolgreich zugeschlagen. Mag sein, dass ich noch nicht alles erlebt habe, aber verdammt noch mal so gut wie.

2

»Wir werden dich vermissen, John.«

Heute hole ich mir meinen letzten Auftrag bei Bob. Schon ein bisschen komisch, wenn ich mir überlege, dass es der letzte sein wird. Seit Beginn meiner Pubertät habe ich hier gearbeitet, und in wenigen Wochen wird alles vorbei sein. Ich bekomme zum letzten Mal mein Honorar überwiesen, danach wird alles vernichtet, was mich mit dieser Firma in Verbindung bringen könnte – Personalausweise, Waffen, Kleidung, alles. Auch in mein Apartment werde ich nicht mehr zurückkönnen. Ich bekomme eine neue Identität, ein bisschen Geld für unterwegs und neue Klamotten. Meine Konten, meine besten Freunde, werden der einzige Beweis meiner früheren Tätigkeit für HR Inc. sein. Endlich werde ich über das Geld verfügen können, das ich über die Jahre gespart habe, und außerdem wird mir eine siebenstellige Rentenprämie ausgezahlt. Das ist mehr als genug, um zu verschwinden und mich vollkommen neu zu erfinden – zum letzten Mal, hoffe ich.

Die wenigen unter uns, die es bis in den Ruhestand schaffen, machen meist als Freiberufler weiter. Ich nicht. Mag sein, dass ich nie etwas anderes gemacht habe, trotzdem will ich verdammt sein, wenn ich aus reiner Feigheit, etwas anderes zu lernen, einfach immer so weitermachen würde. Das ist wie mit dem alten Sträfling in Die Verurteilten, der nach fünfzig Jahren aus dem Knast kommt und sich erhängt, weil er nicht weiß, wie man sich die Schuhe bindet, ohne dabei von einem Wärter mit einem Stock schikaniert zu werden. Soll der Autor doch in seinem eigenen rührseligen Tränenmeer ersaufen. Nur Haustiere denken so. Ich musste einige der klügsten Menschen in New York City davon überzeugen, dass ich in der Lage bin, niedere Tätigkeiten für Anwaltskanzleien, Hedgefonds, militärtechnische Unternehmen, Sicherheitsdienste, Immobilienfirmen und multinationale Öl- und Energiekonzerne auszuführen, und die Liste ließe sich weiter fortsetzen. Ich kann mich in jede Menge unterschiedlicher Fachgebiete einschleichen, werde mich schließlich für eins davon entscheiden und dort genauso erfolgreich sein wie in meinem derzeitigen Betätigungsfeld.

Der Unterschied wird sein, dass ich ein ganz normaler Mann sein werde, der hart arbeitet, schlechtes Essen aus der Mikrowelle isst, sich über zu hohe Steuern beklagt und hundsmiserabel Golf spielt. Und ich werde jede Minute davon genießen. Nie mehr werde ich in Angst leben, erwischt oder erschossen zu werden. Mir nie wieder den Gestank nach Schießpulver und Blut aus den Klamotten waschen. Ich kann echte Freundschaften schließen und werde meine Freunde nicht umbringen müssen, nur weil sie mitbekommen, womit ich mein Geld verdiene. Und das Beste? Ich werde nie wieder in die Haifischaugen eines anderen »Frührentners« blicken, der statt einer Abfindung eine Kugel in den Kopf bekam, woraufhin sich seine Hirnmasse über die schmutzige Badezimmerwand verteilte.

 

 

»Wir werden dich vermissen, John.«

Das ist Bob, und es ist das Erste, was er zu mir sagt, als ich Platz nehme, um mir die Einzelheiten meines letzten Auftrags erklären zu lassen. Ein bisschen überrumpelt er mich damit. Bob überrumpelt einen gerne, besonders wenn er demonstrieren will, dass er ein ganz normaler Typ ist, dem die Gefühle anderer nicht egal sind – was, wie ich euch versichern kann, ganz bestimmt nicht der Fall ist. Für den Bruchteil einer Sekunde schwappt eine Welle der Wehmut über mich hinweg.

Vielleicht wird Bob mich wirklich vermissen. Vielleicht bin ich der Sohn, den er nie hatte, denke ich.

Dann setzt er dieses zynische Grinsen auf, das ich nach all den Jahren immer noch hasse, und meine Wehmut verwandelt sich in Brechreiz. In Wirklichkeit meinte er nämlich, dass es verdammt schwer sein wird, jemanden zu finden, der genauso gnadenlos und unkaputtbar ist wie ich. Und da hat er recht. Ich bin der Knopf, auf den er drücken muss, damit es alttestamentarische Zerstörung vom Himmel regnet und hinterher kein einziger Fussel übrigbleibt, an dem die Bullen schnüffeln könnten – deshalb werde ich ihm fehlen.

»Ich werde dich auch vermissen, Bob«, lüge ich.

»In wie vielen Kanzleien hast du gearbeitet?«, fragt er und ignoriert mein falsches Abschiedsgetue.

»Spontan würde ich sagen … siebzehn.«

»Bist du noch fit auf dem Gebiet?«

»In den letzten fünf Jahren habe ich vier Mal das Juraexamen bestanden …«

»Ich nehme nichts als selbstverständlich hin, John. Das weißt du.«

»Ich weiß, Bob. Wie lautet der Auftrag?«

»Hast du’s so eilig, hier rauszukommen?«

»Ich hab’s eilig, mich an die Arbeit zu machen.«

»Gut. Weil es diesmal nicht leicht sein wird.«

»War es das denn schon mal?«

»Warum so bockig?«

»Wahrscheinlich leide ich an einem Fall von fortgeschrittener Berufserfahrung.«

»Mach lieber keine Witze. Die sind nicht lustig.«

Er überreicht mir eine dicke Akte. Ich überfliege sie und finde, was ich gerne als Abriss bezeichne – das Profil der Zielperson, Lagepläne, Feinde der Zielperson, Schwächen etc. Ich ziehe eine Augenbraue hoch, weil mich Bob zu Bendini, Lambert & Locke schickt, die wahrscheinlich berühmteste Anwaltskanzlei in ganz New York City. Sie ist für ihren elitären Stamm an Klienten bekannt und übt enormen politischen Einfluss aus. Jetzt wird’s irgendwie interessant. Ich blättere weiter, und alles scheint in Ordnung, abgesehen von einem kleinen nebensächlichen Detail.

»Wer ist das Opfer? Ich finde keinen Namen, Bob.«

»Weil keiner drinsteht.«

Ich sehe ihn an, erwarte sein Grinsen. Stattdessen wirkt er beinahe betreten. So verlegen habe ich Bob noch nie erlebt.

»Das ist aber … ungewöhnlich«, sage ich.

Bemerkung am Rande: Niemals offen vor Bob an einem Auftrag herummäkeln. Er war Zugführer bei den Marines, und Jammerlappen egal welchen Ranges verursachen bei ihm Übelkeit. Man darf auf »Ungewöhnliches« hinweisen, denn dadurch merkt er, dass man (a) aufgepasst hat und (b) bemüht ist, sich alle notwendigen Informationen zu verschaffen. Dennoch muss man den Anschein erwecken, man würde sich lediglich beiläufig erkundigen, denn er will sicher sein, dass man sich eine Hand auf den Rücken fesseln lassen könnte und mit der anderen blindlings jemanden erschlagen würde, nur weil er einen darum bittet – ohne weitere Fragen zu stellen, außer vielleicht: »Mit links oder mit rechts?«

»Tut mir leid, John. Der Fall ist komplex, komplexer als sonst. Die Zielperson ist einer der drei Partner. Er hat alles dafür getan, seine Identität zu verschleiern … aus naheliegenden Gründen.«

Ich lese weiter im Profil.

»Ich verstehe, was du meinst, Bob.«

Noch eine Bemerkung am Rande: Man sollte so oft wie möglich Bobs Namen erwähnen, aber ohne es zu übertreiben. Männer wie Bob sind so sehr in sich selbst verknallt, dass ihr zerebraler G-Punkt bei der Erwähnung ihres Namens mit Endorphinen überflutet wird.

»Die Zielperson hat die Liste der im Zeugenschutzprogramm des FBI befindlichen Personen meistbietend verscherbelt. So was hält man definitiv lieber unter dem Deckel.«

»Seine ›Klienten‹ sind genau, wie man sie sich vorstellt«, ergänzt Bob. »Mafia-Clans, Gangs, ausländische Drogenkartelle.«

»Also die Crème de la Crème.«

»Dein Zynismus macht mir Sorge, John.«

»Wie das?«

»Ein Zyniker ist ein Mensch, der von jedem Ding den Preis kennt und von keinem den Wert.«

»Oscar Wilde. Du wirst noch zum Poeten, Bob.«

»Zumindest konnten wir dir hier ein bisschen Kultur vermitteln, wenn nicht gar Perfektion.«

»Woher hat er die Liste?«

»Man bekommt alles, wenn man es haben will. Geld, Privilegien und die richtigen Golf-Partner.«

»Klingt in meinen Ohren ebenfalls zynisch, Bob.«

»Montag fängst du an. Adresse und Kontaktpersonen stehen in den Unterlagen, ebenso die Eckdaten deiner Deckidentität.«

»Hmm. Wer bin ich denn dieses Mal?«

Ich lese ein bisschen weiter, tue, als würde es mich interessieren.

»Michigan Law School. Unter den besten zehn des Landes, aber nichts zum Angeben. Hübscher Einfall.«

»Du wirst von Ivy-League-Leuten umzingelt sein. Und die kennen sich untereinander.«

»Alle hatten sie ›Väter‹, ich nur einen ›Dad‹.« Ich seufze.

»Interessantes Zitat. Mark Twain?«

»Kurt Cobain.«

»Mach, dass du rauskommst, John.«

3

Die Kanzlei

Ich gehe meine Identität durch, verbringe das Wochenende mit meinem neuen Ich. Bob hat mir einen anderen Nachnamen verpasst, aber ansonsten bleibe ich wie immer »John«. Offen gestanden gibt es keinen Namen, der anonymer wäre, und ich bin immer wieder froh, dass ich mir nicht angewöhnen muss, wie ein verfluchter Rettungshund oder ein chinesischer Austauschstudent ständig auf einen neuen zu hören. Mein Deckmantel-Ich hat die öffentliche High School besucht (und sich hochgearbeitet), dann University of Notre Dame und Michigan Law School (schon was Besseres, aber unabhängig). Ich war der perfekte, nichtfarbige Quoten-Kandidat, mit dem sich Chancengleichheit demonstrieren ließ – ein weißer Katholik ohne einen einzigen Tropfen blaues Blut. Kanzleien wie Bendini, Lambert & Locke wollen progressiv erscheinen, es aber auch nicht gleich damit übertreiben.

Mein fades Profil verleiht mir dank Bob die perfekte Deckung. Meine wohlhabenden Ivy-League-Kommilitonen werden mich ignorieren, aber nicht verachten, in sozialer Hinsicht bin ich für sie schlicht irrelevant. Meine Vorgesetzten werden mich tolerieren und darauf warten, dass ich einen Fehler mache, der ihnen selbst andauernd unterläuft und ihren Klienten durchaus sehr gefährlich werden könnte, um mich dann kollektiv dafür zusammenzuscheißen. Oder wie sie sagen würden: »zu den anderen Bauerntrotteln in die Prärie zurückzuschicken«. Dadurch gelingt es ihnen, ihre bescheuerte PR-Fassade aufrechtzuerhalten, ohne sich Sorgen machen zu müssen, dass ich ihnen auf dem Squash-Platz ein paar Bälle in die Schwabbelbäuche donnere. Aber Sorgen müssen sie sich sowieso keine machen. Ich bin bald wieder weg.

Nachdem ich die Akte gelesen und verbrannt habe, danke ich Bob insgeheim und sehe zu, wie meine letzte Dienstanweisung in Flammen aufgeht. Einen Mann umzulegen, der Mokassins mit kleinen Troddeln trägt und mittags Steak Diane verzehrt, ist ein Cupcake von einem Auftrag, und vielleicht habe ich ja zur Abwechslung mal richtig Spaß dabei. Klar, wäre nett von Bob gewesen, wenn er mir zum Abschied eine echte Herausforderung gegönnt hätte, aber so ist Bob nun mal. Er hat mich längst abgeschrieben und setzt mich jetzt auf niederes Ungeziefer an, um seine neuen Talente nicht unnötig zu binden. Von mir aus. Ich werde diesen kalten Nadelstreifenfisch schon an den Haken nehmen und noch vor Ablauf des Monats meine Cheeseburger im Paradies vertilgen. Das einzige Steinchen in meinem Flip-Flop ist, dass ich nicht mal weiß, wen ich eigentlich umlegen soll. Ich bin kein Detektiv. Ich sitze nicht in beigefarbenen Autos zwischen leeren Kaffeebechern und verschmiertem Burgerpapier und observiere. Und ganz bestimmt stecke ich meine Nase nicht in Dinge, in die sie nicht gehört. Mit anderen Worten, ich bin kein Hund, der anderen Leuten den Schritt beschnüffelt, um die Guten von den Bösen zu unterscheiden. Ich betrachte ALLE Menschen als Bedrohung, sogar diejenigen, die mir (selbstverständlich unwissentlich) bei der Durchführung meines Vorhabens behilflich sind. So ist es einfach sauberer. Wenn man bei Pflegeeltern aufgewachsen ist – und ich bin sicher, die meisten von euch sind das –, lernt man so zu denken, um zu überleben. Jedermann ist schuldig, bis seine Unschuld bewiesen wurde, aber auch dann ist er immer noch jederzeit potentiell schuldig.

All das spielt jetzt keine Rolle mehr. Auftrag ist Auftrag, und ich habe keine andere Wahl, als ihn zu erledigen. Meckern lenkt mich nur ab, und wenn wir ehrlich sind, hat Meckern doch auch noch nie was gebracht. In diesem Job geht es darum zu handeln, ohne zu urteilen, und ich rate euch, immer konzentriert zu bleiben. Aufgeben ist keine Option. Ich habe Berufsanfänger schon aus verschiedensten – teilweise sehr guten – Gründen den Schwanz einziehen sehen, nur um sich noch vor Beginn der Cocktailstunde eine Kugel einzufangen. Das klingt brutal, aber inzwischen gefällt mir die klare Linie. Bis ich bei HR Inc. angefangen habe, war in meinem Leben alles unerträglich ungewiss. Jetzt ist alles klar. Ich muss die Zielperson töten oder bei dem Versuch draufgehen. Klarheit bedeutet Sieg. Seht euch erfolgreiche Menschen an. Glaubt ihr wirklich, die beschreiten sieben Wege zur Effektivität? Logisch tun sie das nicht. Wer hat für so was Zeit? Sie kennen nur einen Weg: Es einfach zu machen.

Wenn ihr »Macher« seid, werdet ihr die anderen Ratten überholen.

Also nehme ich den Auftrag vorbehaltlos und ohne mir ein Urteil zu erlauben an und mache mich an die lästige Arbeit nachzulesen, was ich im Internet über die Partner finde. Fangen wir mit Bendini an. Sein Großvater war ein wohlhabender Sizilianer, der Bensonhurst maßgeblich mit aufgebaut hat. Sein Vater war in Princeton und führte anschließend das Familienunternehmen, bis er sich mit der Mafia einließ, sich bei ein paar Immobilien verspekulierte und eigenhändig das Hirn wegblies. Der Großvater schickte Bendini auf die Prep School, und später studierte er Jura in Harvard und Yale. Der Rest handelt von seiner Karriere, wobei die Lektüre einschläfernder ist als jedes Medikament. Ich mag Bendini, weil sich sein Vater mit der Mafia eingelassen hat, aber ein bisschen dünn ist das alles schon.

Wenn ihr Bendini jetzt für langweilig haltet, dann kann ich euch versichern, dass er neben Lambert wie P.T. Barnum wirkt. Lambert zog als Kind mit seinen Eltern aus Deutschland in die Vereinigten Staaten. Anscheinend ist er voll der Superstreber, wurde gleich nach der Middle School am MIT angenommen. Dort promovierte er in Medizin und Jura. Nach seiner Tätigkeit als Rechtsberater eines großen Pharmaunternehmens warb ihn Bendini ab und machte ihn zum jüngsten Partner in der Geschichte der Kanzlei. Wegen seiner Beziehungen zur Pharma- und Biotech-Industrie haben seine Partner ihm Profite in Millionenhöhe zu verdanken. Unwahrscheinlich, dass er die Zielperson ist, aber gerade deshalb gefällt mir der Gedanke so gut. Sich Daten aus Zeugenschutzprogrammen unter den Nagel zu reißen gehört genau zu der Sorte Schweinerei, die einem schlauen Arschloch wie Lambert zuzutrauen ist. Anders als seine Partner hält er sich unterhalb des öffentlichen Radars, was bedeutet, dass er allerhand Fäden ziehen könnte, ohne dass es jemandem auffällt. Es sind immer die stillen Typen, die einen auf einen Eistee einladen und anschließend die Leichenteile im Kriechkeller wie Kaminholz stapeln.

Zum Schluss werfe ich auch noch einen Blick auf Locke. Ex-Militär, zwei Einsätze in Vietnam, ausgezeichnet mit dem Purple Heart, 1975 ehrenhaft entlassen. Danach ging er wie sein Vater nach Penn, anschließend Jurastudium in Harvard wie seine Mutter. Er wurde einer der erfolgreichsten Strafverteidiger in der Geschichte New Yorks. Eindeutig das Aushängeschild der Firma, gibt aber so gut wie nie Interviews. In der Presse wird er nur als »Man in Black« bezeichnet. Ich blättere die Artikel über seine Fälle durch – Filmstars, Profisportler, Rockstars. Kommt mir komisch vor, dass er sich angeblich die Zeit nimmt, in Iowa versteckte Informanten auszuspionieren, wobei mir das mit der Strafverteidigung aber gut gefällt. Für einen Strafverteidiger sind Zeugen der Staatsanwaltschaft Kakerlaken. Sie können sie gar nicht schnell genug zertrampeln.

Wirklich beknackt ist aber, dass diese Jungs allesamt blödsinnig reich und mächtig sind und ihnen auf jeden Fall ein erholsamer Ruhestand bevorsteht. Ich kann kaum glauben, dass einer von denen so unglaublich bescheuert ist, sich auf ein so schmutziges Geschäft einzulassen. Wenn man sich überlegt, mit welchem Ungeziefer er sich einlassen muss, um diese Transaktionen zu bewerkstelligen, riskiert, wer auch immer es sein mag, seinen über Generationen angehäuften Reichtum, sein Leben und das Leben seiner Angehörigen. Aber Macht und Gier würden selbst aus Gandhi einen Kardashian machen, und hier haben wir es mit Anwälten zu tun, also dürfen wir uns nicht wundern.

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Die Vorzüge einer grauen Maus

In vielerlei Hinsicht ist das Schwierigste an unserem Job, dass man sich immer wieder in neue Persönlichkeiten einfühlen muss. Euer ganzes Leben lang wart ihr immer nur eine Person. Aber in diesem Leben werdet ihr viele Personen sein müssen. Wenn ihr an so was Spaß habt, dann werdet ihr auch klarkommen. Das Geheimnis besteht darin, ganz und gar in der neuen Persönlichkeit aufzugehen, so sehr, dass man selbst glaubt, diese Person zu sein. Wenn man daran glaubt, hat man nie das Gefühl zu lügen, und es unterlaufen einem auch keine verräterischen Fehler.

Euer Look gehört zu euren wichtigsten Waffen, und es ist ganz entscheidend, ihn richtig hinzubekommen. Vielleicht denkt ihr jetzt: Kann doch nicht so schwer sein, wie ein Bürohengst auszusehen. Die Antwort lautet: Oh doch, es ist sogar verdammt schwer. Eigentlich sollte man auch gar nicht zu sehr auf Bürohengst machen, weil auch die auffallen. Sie werden häufig zu Zielscheiben des Spotts, auch wenn einem Hollywood und TV-Land etwas anderes weismachen wollen. Ich kann mich an die Gesichter sämtlicher Streber erinnern, die ich in meinen drei glorreichen Jahren auf der Public School windelweich geprügelt habe, weil ich so sauer auf mein beschissenes Leben war, dass ich es einfach an jemandem auslassen musste, der sich nicht wehren würde. Statt zum Bürohengst muss man zur grauen Maus werden. Mit der Umgebung verschmelzen und schließlich ganz darin aufgehen.

Oder mit Bobs Worten: »Praktikanten haben kein Gesicht. Unter Umständen hält man sich jahrelang mit ihnen an ein und demselben Ort auf, und trotzdem kann man sich ihre Namen beim besten Willen nicht merken.«

Wenn ihr’s genau wissen wollt, geht doch mal zu einem High-School-Klassentreffen: Die beliebten Leute werden immer wieder von den grauen Mäusen angesprochen. Diese belanglosen Niemande glauben tatsächlich, sie könnten sich als Erwachsene mit jemandem anfreunden, der sie auch heute noch nicht in seine Mannschaft wählen würde. »Wie heißt du noch mal?«

Dafür gibt es einen einfachen Grund. Graue Mäuse besitzen keinerlei Eigenschaften, die anderer Leute Gehirn stimulieren und genug Synapsen miteinander verbinden, dass Erinnerungen entstehen. Man erinnert sich immer nur an Dinge, die einen auf gute oder schlechte Weise ankratzen. Positives wie Negatives sind ausgezeichnete Gedächtnisstützen. Negatives noch mehr als Positives, das hat mit dem Überlebensinstinkt zu tun. An etwas, das einen weder positiv noch negativ berührt, kann man sich nicht erinnern. Und genau das wollt ihr. Wir müssen von den grauen Mäusen lernen, von den Losern wider Willen.

 

 

Regel Nr. 1:
Verhaltet euch neutral

Mein fünfter Auftrag war mein härtester. Schauplatz war ein großes Modehaus, und ihr könnt euch vorstellen, wie da alle angezogen waren. Ich bat Bob um ein nicht zu knapp bemessenes Kleidungsbudget, um bei meinem Praktikumsantritt nicht negativ aufzufallen, aber er lehnte dies kategorisch ab. Er meinte, egal wie sehr ich mich auch bemühen würde, mich mit meinen Kollegen auf eine Stufe zu stellen, sie würden mich trotzdem niemals als einen der ihren betrachten. Tatsächlich stünde ich dadurch nur umso mehr im Fokus der brutalen Lästereien, die Angestellte sich über ihre sogenannten Freunde gemeinerweise zuflüsterten. Kurz gesagt, ich wäre alles andere als unsichtbar.

Also beobachtete ich die Angestellten, an deren Namen sich die Fashionistas niemals erinnern würden, und begriff, was Bob meinte. Schließlich entdeckte ich den unsichtbarsten Typen im ganzen Laden – der, mit dem alle im Büro täglich zu tun hatten, den sie sahen und mit dem sie sprachen, aber an dessen Namen sich auch unter Androhung von Waffengewalt niemand erinnert hätte: der Mann von UPS.

Ich besorgte mir ein paar Bücher über Farbtheorie, und tatsächlich löst Braun von allen Farben des Spektrums die geringsten neurologischen Reaktionen aus. Darüber hinaus vermittelt es ein Gefühl von Verlässlichkeit und Sicherheit, Eigenschaften, die ganz entscheidend sind, um Vertrauen und Einblicke zu gewinnen. Also baute ich meine Garderobe auf dieser Säule der Ausdruckslosigkeit auf und wich nie allzu weit davon ab. Braungrau, braungrün, schwarzbraune Schuhe etc. Genau diese Farben findet man in den Kaufhäusern auf den Kleiderständern mit der reduzierten Ware, da niemand absichtlich Kleidung kauft, die ihn aus dem Wahrnehmungsuniversum löscht. Hat man erst einmal eine vollständige Garderobe in diesen Farben zusammengestellt, wird man vor jedem erdenklichen Hintergrund zum perfekt getarnten Chamäleon.

Lasst euch die Haare bei Supercuts machen. Dieser Frisuren-nach-Zahlen-Laden ist das Mekka des Gewöhnlichen. Und ich empfehle euch dringend, euch eine Brille zuzulegen, da die meisten Menschen eher eine Verbindung zu jemandem aufbauen, wenn sie direkten Blickkontakt herstellen können. Ihr braucht ein unscheinbares, allgemein gebräuchliches Gestell – schmales, langweiliges Metall mit ungetönten Gläsern. Geht zu LensCrafters – hier bekommt ihr in weniger als einer Stunde die nichtssagendsten Brillen.

Aber zurück zu den Fashionistas. Der Geschäftsführer nutzte eine seiner Textilfabriken in Thailand für die Herstellung und den Vertrieb von Kinderpornografie. Habe ich schon erwähnt, dass es mir das größte Vergnügen bereitete, diesen Scheißkerl zu töten? Auf seiner Etage Arbeit zu bekommen war überhaupt kein Problem, weil in dieser Branche alle noch fauler und eingebildeter sind als anderswo, und man muss sich wundern, dass überhaupt irgendwas dabei zustande kommt. Das Schwierigste war, sich ein Feindprofil auszudenken. Bob ist sehr gut darin, Leute auf eine Art zu töten, die den Feinden der Zielperson entspricht. Bomben, Schusswaffen, Meuchel- und Giftmorde, Stromschläge, Messer, Brände, Ertrinken etc. Auch Mörder haben ihre Vorlieben. Die IRA jagt ihre Opfer lieber in die Luft, als sie zu erstechen und damit Gefahr zu laufen, den Gestank nach Würstchen und Kartoffelbrei mit deren letztem Atemzug ins Gesicht geblasen zu bekommen. Die Kartelle stehen auf Enthauptungen. Goodfellas nehmen am liebsten Klavierdraht, Eispickel oder begraben ihre Opfer auch mal bei lebendigem Leib. Bob beschäftigt sich im wahrsten Sinne des Wortes zum Verrecken gerne mit solchen Fragen. Aber in diesem Fall war es etwas anderes. Unheimliche pädophile Modezare mit deformierten kleinen Fingern werden von vielen gehasst und verabscheut, aber in der Regel haben sie keine bekannten Feinde – zumindest keine, die die Eier oder die Kohle hätten, ihnen einen Auftragskiller auf den Hals zu hetzen … bis jetzt.

Also bin ich ein bisschen kreativ geworden, habe den Geschäftsführer gefragt, ob ich meinen elfjährigen »Neffen« Andy, der gerade aus dem mittleren Westen zu Besuch da sei, mitbringen und herumführen dürfe. Ich will verdammt sein, wenn ich dabei nicht sogar ein kleines bisschen in seine Espressotasse gesabbert habe. Andy gehört natürlich auch zu unserer Crew. Der Junge litt an irgendeiner Krankheit, die sein Wachstum verzögerte. Und er sah immer noch aus wie ein Kind. Bob setzte ihn ausschließlich bei speziellen Jobs wie diesem hier ein, weil elfjährige Praktikanten selbstverständlich überall auffallen, außer in einem Think-Tank der NASA vielleicht.

Als ich ihn mitbrachte, hatte der Geschäftsführer bereits einen »privaten Rundgang« für ihn arrangiert. Und mir gesagt, ich könne den Jungen ruhig bei ihm lassen, er würde sich um alles kümmern. Sogar Elefantenkekse mit rosa Zuckerguss und Ananassaft hatte er bereitgestellt. Der kranke Wichser musste irgendwann in seinem traurigen Leben von Clowns aus einem Wanderzirkus vergewaltigt worden sein. Nachdem er fünfzehn Minuten lang seine Willy-Wonka-Nummer abgezogen hatte, injizierte ihm unser zu kurz geratener Agent eine Dosis Adrenalin und Viagra, die sein kokain-vernarbtes Herz explodieren ließ und ihm eine Erektion bescherte, die der Leichenbestatter von einem eigens bestellten Waldarbeitertrupp fällen lassen musste. So etwas nenne ich einen Siegeszug der improvisierten Kriegsführung. Wir setzten Onkel Kinderficker an seinen Computer, riefen sein Privatarchiv an Kinderpornos auf und zogen uns Lollies lutschend zurück.

5

Der Bullshit-Express

ADHS